Januar 2026
Gefühle von Kindern sensibel begleiten
Lachen, weinen, wütend oder ängstlich sein – Es gibt keine falschen Gefühle und jedes Gefühl hat seine Berechtigung. Gefühle begleiten uns von Beginn an durch das Leben. Vor allem Kleinkinder haben eine Menge Emotionen, die sie offen nach außen tragen. Gefühle zu regulieren, zu deuten, zu unterscheiden oder mit anderen teilen ist ein Prozess, den wir Erwachsenen offen und sensibel begleiten müssen. Dadurch stärken wir die emotionale Kompetenz der Kinder.
Um über Gefühle zu sprechen oder sie zu zeigen, brauchen Kinder ganz viel Vertrauen oder auch den entsprechenden Wortschatz. Im Alltag mit Kleinkindern kann man hinzu Bildkarten oder Bilderbücher zum Thema anschauen und darüber sprechen. Offene Fragen wie „Wie geht es dem kleinen Hasen?“ oder „Woran siehst du das der Hase traurig ist?“, helfen den Kindern Gefühle besser zu verstehen. Es sind nur kleine Impulse und trotzdem machen sie einen Unterschied zu der Frage „Ist der Hase traurig?“, denn da kann man nur eine Antwort darauf geben.
In Büchern werden oft Situationen aus dem Alltag eines Kleinkindes liebevoll aufgegriffen und können von uns Erwachsenen vorgelesen werden. Es kommen verschiedene Gefühle vor, die erklärt und besprochen und mit kindgerechten Illustrationen verbildlicht werden.
Gerade durch die gezeichneten Tiere oder ebenfalls kleine Kinder wird das Thema Emotionen für Kleinkinder spielerisch zugänglich gemacht. Ob wütend, schüchtern, beleidigt oder fröhlich – alle Gefühle werden für Kinder so sanft greifbarer.
Bücherinspirationen:
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Was weinst du so viel, kleines Krokodil?
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Das Farbenmonster
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Bobo Siebenschläfer Bücher, wie z.B. „Zusammen sind wir stark“ oder „Viel Spaß im Kindergarten“ (Gefühle werden nebenbei beleuchtet)
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Die Bücher von Pip und Posy, z.B. „Der tolle Roller“
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Und was fühlst du Känguru?
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Wohin mit meiner Wut?
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Mutig, mutig
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Die magischen Zauberpunkte
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Der Knuddelsaurus
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Ängstlich, wütend, fröhlich sein von Wieso, weshalb, warum
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Da sein – was fühlst du
Links zu den Büchern:
PS: Hier findest du noch ein tolles Geschichtensäckchen zum Buch "Mutig, mutig"
Praxisideen:
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Gefühlsampel oder Gefühlsuhr
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Bildkarten mit Situationen
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Bilder aus Bilderbüchern kopieren, ausdrucken und darüber sprechen
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Bildkarten mit Gesichtsausdrücken
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Kleine Holzfiguren mit verschiedenen Gefühlen
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Gefühlstagebuch führen
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„Mutsteine“ bemalen und verschenken
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Nach Bilderbuchbetrachtungen die Kinder malen lassen, um alles kreativ noch einmal zu be-/verarbeiten
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Verschiedene Gefühle/Situationen im Alltag der Kinder fotografieren und Bildkarten daraus gestalten
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Gefühle mit Instrumenten begleiten und vertonen: Wie hört sich Wut an? Wie hört sich Angst an?
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Atemübungen mit den Kindern im Alltag integrieren, um z.B. seine Wut oder Angst zu regulieren
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Eine „Glückswand“ gestalten: Dort können die Kinder Fotos, selbst gestaltete Kunstwerke oder Symbole aufhängen, die an nicht so schönen Tagen Mut machen und Fröhlichkeit verbreiten.
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Gefühlswürfel: Die Emotion die gezeigt wird, wird nachgemacht
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Raum für Rollenspiele geben, in denen man Gefühle nachspielen und -fühlen kann
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Material zum Thema Gefühle, z.B. Bilderbuchkino vom Carlsen Verlag (da muss man nur seine Email-Adresse angeben und schon hat man Zugriff auf etliche Downloads)
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Morgenkreisimpuls 1: Gefühle spiegeln: Ein Kind stellt durch einen Gesichtsausdruck ein Gefühl dar. Die anderen machen das Gefühl nach und erraten, um welches Gefühl es sich handelt
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Morgenkreisimpuls 2: Armer schwarzer Kater: Ein Kind ist der schwarze Kater, läuft auf allen Vieren zu einem anderen Kind und miaut. Da ausgewählt Kind streichelt den Kater mit den Worten „Armer schwarzer Kater“. Der Kater versucht nun das Kind zum Lachen zu bringen, indem es zum Beispiel Grimassen schneidet.
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Morgenkreisimpuls 3: Das Spiel „Löwenjagt“ über Angst und mutig sein
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Lieder über Gefühle: „Wenn du glücklich bist, dann klatsche in die Hand“, „Wenn einer sagt, ich mag dich du“
Fragen an uns als Erwachsenen/Selbstreflexion:
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Gehe ich sensibel auf die Gefühle der Kinder ein?
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Fördert die Raumgestaltung/das Raumkonzept Wohlbefinden?
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Begleite ich die Emotionen der Kinder im Alltag sprachlich?
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Nehme ich die Gefühle der Kinder ernst?
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Nehme ich die Körpersprache der Kinder richtig wahr?
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Ermutige ich die Kinder dabei über Gefühle zu sprechen?
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Gehe auf alle verschiedenen Emotionen gleichermaßen ein?
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Spreche ich auch offen über meine Gefühle?
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Nehme ich mir Zeit mit den Kindern über Gefühle zu sprechen?